MarktberichtMarktbericht für die Zeit bis Ende Dezember 2008 Allgemein Die Krise auf dem Finanzmarkt hat sich bisher auf unsere Industrie kaum ausgewirkt. Dennoch scheinen die extremen Preissteigerungen der letzten 12 Monate für diverse Produkte zunächst ein Ende gefunden zu haben. Alternative Ernteprodukte (Mais, Weizen etc.), im wesentlichen zur Herstellung von alternativen Kraftstoffen, hatten uns lange in Atem gehalten. Die stark sinkenden Notierungen auf dem Rohölmarkt werden jetzt zu einem Umdenken führen, aber für viele Produkte - und insbesondere für die laufende Saison - käme diese Einsicht zu spät. Mit dem Ende der Vor-Registrierung ist für die meisten nun die erste Hürde in REACH genommen - jetzt geht es in medias res! Auch wenn ein Großteil der Ätherischen Öle erst 2018 zur Registrierung ansteht, muss unsere Industrie jetzt (und gemeinsam) das nötige Fundament legen, denn REACH hat auf jeden Fall das Potential, die Landschaft der Lieferkettte für Ätherische Öle grundlegend zu verändern und einen erheblichen Flurschaden anzurichten. Amyrisöl Haiti kommt weiterhin nicht zur Ruhe - weder politisch noch in Bezug auf Naturkatastrophen. Zahlreiche tropische Wirbelstürme haben sich dieses Jahr am "zarten Pflänzchen" Infrastruktur zu schaffen gemacht. Die desolaten Straßenbedingungen haben den Nachschub zu und von den Destillen verschlechtert. Zwischenzeitlich stiegen auch die Produktionskosten und der Bedarf, folglich sind die Preise fest bis steigend. Anethol / Sternansiöl Aufgrund zurückhaltender Nachfrage sind die Notierungen für Sternanisöl und dem daraus isolierten Anethol rückläufig. Noch ist Raum für weitere Preiszugeständnisse der Farmer - das Potential ist aber endlich, da die Produzenten "Blut geleckt" haben und nicht zu jedem Preis produzieren werden. Bergamottöl Die Ernte in Italien hat gerade begonnen. Es wird zwar mit einem etwas besseren Ertrag als in der letzten Saison gerechnet - verglichen mit einem "normalen" Jahr muss das Ergebnis wahrscheinlich aber mit „nicht befriedigend“ beurteilt werden. Die Notierungen bewegen sich auf Vorjahresniveau. Buccublätteröl Auch für Buccublätteröl steht die Ernte vor der Tür - eine Prognose gibt es indes noch nicht. Die niedrigen Preise der letzten Saison haben den Farmern zu schaffen gemacht - wenn in diesem Jahr nicht der Turnaround geschafft wird, muss damit gerechnet werden, dass das Angebot und die Anbaufläche drastisch reduziert wird. Canangaöl Die Preise für Canangaöl befinden sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau - weder im Ursprung noch bei (europäischen) Händlern stehen momentan signifikante Bestände zur Verfügung. Aufgrund der Verwendung der Blüten zu religiös-dekorativen Zwecken ist die Produktion zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen - neue Lots werden nicht vor Ende Januar zur Verfügung stehen. 2008 war kein gutes Jahr für die Produktion - statt durchschnittlich 25 bis 30 tons p.a. wurden nur 20 tons produziert. Auch für die nächsten Jahre muss mit einer angespannten Situation gerechnet werden. Cassiaöl Das Bild hat sich in den letzten Monaten kaum verändert - geringe Produktion, hohe Preise und geruchlich zweifelhafte Qualitäten. Cedernholzöl chin. Aus umweltpolitischen Gründen haben Chinesische Behörden das Schlagen von Bäumen weiter eingeschränkt. Die daraus resultierende geringere Verfügbarkeit führt zu steigenden Preisen. Citronellaöl Die Preise haben sich zwischenzeitlich auf hohem Niveau leicht stabilisiert. Trotz der neuen Ernte bleibt eine wirkliche Entspannung aber aus, weil die Nachfrage nur knapp gedeckt werden kann. Citronenöl Die Ernte in Argentinien (Mai bis September) brachte einen witterungsbedingten Ernteausfall von über 20%. Durch den äußerst geringen "Carry Over" konnte diese Situation nicht abgefedert werden und die Verknappung hat sich direkt auf die Preise ausgewirkt. In Italien hat die Ernte früh begonnen - es wird eine gute Produktion erwartet. Da es noch zu viele offene Kontrakte aus der letzten Saison gibt, kann mit einer Entspannung - wenn überhaupt - erst im Frühjahr 2009 gerechnet werden. In wieweit die italienische Ernte signifikante Auswirkungen auf das globale Preisniveau hat, muss sich noch zeigen. Zwischenzeitlich dürfte die Rekordjagd aber ein Ende haben. Davanaöl Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Dillkrautöl Die Lage ist dramatisch: Regen kurz vor der Ernte hat in vielen Teilen Europas zu starken Ausbeuteverlusten geführt - Ausfülle, die auch durch die Produktion in den USA nicht ansatzweise kompensiert werden können. Die Preise erklimmen wöchentlich neue Höchststände und haben zwischenzeitlich ein Niveau erreicht, das mittelfristig für viele industrielle Verwender nicht mehr akzeptabel ist. Eukalyptusöl / Eukalyptol Mit den ersten Partien aus der neuen Ernte sind die Notierungen leicht rückläufig. Eucalyptusöl Citriodora Da die Nachfrage stetig ist, führt die geringe Produktion in beiden Ursprüngen (Brasilien und China) weiterhin zu steigenden Preisen. Geraniumöl Auch wenn die Notierungen für ägyptische Qualitäten absolut gesehen sehr hoch sind - die schlimmsten Befürchtungen sind glücklicherweise nicht eingetreten. Vielmehr sind die Tagespreise (!) im Strudel implodierender Märkte für Alternativ-Ernten wie Mais und Weizen unerwartet leicht rückläufig. Aus China wir ein Produktionsrückgang von 50 % berichtet - die Preise sind extrem fest. Grapefruitöl Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Ho-Holz-Öl Die Notierungen haben im Berichtszeitraum weiter angezogen - mit einer Entspannung ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Loko-Ware ist sehr knapp Ingweröl In Indien steigt die Konkurrenz durch den Bedarf des Frischfruchtmarktes kontinuierlich. Da die Ernteerwartungen unter dem Vorjahresniveau liegen, muss mit steigenden Preisen gerechnet werden. Die Notierungen für den auch in Indien verarbeiteten nigerianischen Ingwer sind zwar rückläufig - es wurde aber bereits durch die Anbauer signalisiert, dass die Wurzeln nicht um jeden Preis aus dem Boden geholt werden. Die Preise für chinesisches Ingweröl sind nachfragebedingt rückläufig. Kamillenöl marokkanisch Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Korianderöl Die diesjährige Ernte ist hinter allen Erwartungen zurückgeblieben und wahrscheinlich nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken. Damit haben sich auch alle Hoffnungen auf sinkende Preise zerschlagen - vielmehr sind die Notierungen in einen Höhenrausch geraten. Krauseminzöle Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Lavandinöl Die Ernte ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber der kräftige Preisanstieg ist wohl eher auf den konzertierten Willen der Produzenten zurückzuführen. Die weitere Entwicklung ist jetzt in erster Linie vom Verhalten der großen Verwender abhängig, die ihren Bedarf noch nicht vollständig gedeckt haben. Falls alle zum gleichen Zeitpunkt nervös werden, muss weiterhin mit festen Preisen gerechnet werden - sollten die Bauern - spätestens im Frühjahr - zuerst die Geduld verlieren, kann auf rückläufige Notierungen spekuliert werden. Lavendelöl Die Weltproduktion dürfte 2008 unter 100 tons gelegen haben - die drei Hauptproduktionsländer Bulgarien, China und mit Abstrichen auch Frankreich sind bereits jetzt fast ausverkauft. Entmutigend ist, dass einige Felder nachhaltig durch die Witterungsbedingungen geschädigt wurden - und viele der gestressten Pflanzen jetzt anfällig für Krankheiten sind. Die Preise befinden sich erwartungsgemäß auf einem sehr hohem Niveau. Lemongrassöl Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Limetteöl Die Gesamternte entspricht mit ca. 1 Mio. tons Limettefrüchte voll den Erwartungen, auch wenn es witterungsbedingt in dieser Saison einige regionale Verschiebungen in der Produktion gegeben hat. Davon „verschwinden“ allerdings bis zu 75% im Frischfruchtsektor - 2003 waren es nur 50%! Die Öl-Produktion ist knapp ausreichend, den Bedarf zu decken, die Preise haben wieder leicht angezogen. Litsea Cubeba Öl Eine geringere Nachfrage hat im Ursprung zu leicht rückläufigen Notierungen geführt. Muskatnussöl Nach einhelliger Meinung der Produzenten haben die geänderten klimatischen Bedingungen in allen Anbaugebieten zu rückläufigen Erträgen geführt. Die Preise zeigen eine starke Aufwärtstendenz - in Indonesien stärker als in Indien. Mandarinenöl Die italienische Ernte hat begonnen - es wird mit bis zu 50% höherem Ertrag als im "Katastrophenjahr" 2007 gerechnet. Da das immer noch 20% unter einer "normalen" Ernte liegt, sind die Preise für die Früchte hoch - auch die Notierungen für die Öle bewegen sich auf Vorjahresniveau. Durch einen Hagelsturm sind in Brasilien bereits jetzt 15 % der Ernte zerstört worden. Menthol Die Höchstpreise vom Juli sind längst in Vergessenheit geraten - seitdem kennen die Notierungen nur noch eine Richtung. Mit einer nicht erwarteten Lockerheit wurde dabei das Preisniveau von vor dem plötzlichen Anstieg im Juli passiert. Die große Frage bleibt: wer testet im Moment wen - die Produzenten die Verbraucher oder umgekehrt? Vorsicht ist jedoch geboten, da die indischen Produzenten (Farmer, Zwischenhändler, Exporteure etc.) nicht jeden Preis mitmachen werden - die Kassen bei allen ausreichend gefüllt sein dürften, um ggf. auch längere Durststrecken überbrücken zu können! Wahrscheinlich ist der Zeitpunkt nicht schlecht, eine mittelfristige Bedarfs-Planung ins Auge zu fassen. Momentan hält sich die Nachfrage - in Erwartung ständig weiter sinkender Preise - auffällig zurück. Orangenöl Während die großen Anbaugebiete in Brasilien und Florida in gewohnter Ruhe verharren, zeichnet sich in Italien ein Desaster ab: die Pflanzen haben unter den Frösten im Frühjahr 2008 erheblich gelitten - insbesondere bei Blutorange können die Einbußen bei 50% und mehr liegen. Palmarosaöl Im zurückliegenden Berichtszeitraum haben sich keine Veränderungen ergeben. Patchouliöl Die Notierungen sind seit einiger Zeit rückläufig. Dies liegt zum Teil an der zurückhaltenden Nachfrage, zu einem großen Teil aber auch der schwachen indonesischen Rupiah gegenüber dem US-Dollar (minus 25% in weniger als drei Monaten). Auch wenn ein Trend aus den Geschehnissen ablesbar scheint, sollte jede Offerte aus dem Ursprung als Momentaufnahme angesehen werden - der Markt hat immer noch das Potential, jederzeit zu kippen. Außerdem muß beachtet werden, dass aufgrund der starken Preis-Schwankungen die Läger weder bei den Exporteuren im Ursprung noch beim Handel und den Verbrauchern gut gefüllt sind. Petitgrainöl Witterungsbedingt hat sich die Ernte in Paraguay Monat um Monat verzögert. Das ist nicht direkt auf das Produkt selbst, sondern vielmehr auf die Tatsache zurückzuführen, dass Petitgrain in vielen Fällen nur Nebenerwerb und daher hinter anderen Tätigkeiten zurückstehen muss. Nach heutigem Stand soll die Ernte Ende November anlaufen, das heißt, dass erste größere Lots nicht vor 2009 auf dem Markt kommen werden. Kleinere Mengen werden zwischenzeitlich unmittelbar - und zu hohen Preisen - vom Markt absorbiert. Die aktuellen Notierungen aus dem Ursprung klingen zwar human - allerdings steht keine prompt verfügbare Ware dahinter. Pfefferöl Die Preise für das Öl sind noch stabil. Aufgrund einer allgemeinen Zurückhaltung ist vom Markt bisher nur bedingt wahrgenommen worden, dass auch mittelfristig die Ernteerwartungen weiter rückläufig sind und in Indien damit gerechnet wird, dass aufgrund zu niedriger Preise bis zu 20-30% weniger "light berries" (die zur Destillation/Extraktion verwendet werden) geerntet werden. Pfefferminzöl (Mentha piperita) Die Notierungen für Öle aus den USA sind fast doppelt so hoch wie nach der Ernte 2007. Die Ernte 2008 hat zwar den Erwartungen entsprochen, dennoch ist die Produktion aufgrund rückläufiger Anbauflächen geringer ausgefallen als im Vorjahr. Auch der „Carry Over“ aus der letzten Saison ist gering, sodass der "Total Supply" kaum ausreichen wird, den Bedarf zu decken. Die Konditionen für Alternativ-Ernten (Weizen, Soja, Mais etc.) sind äußerst attraktiv, sodass auch diese Quotierungen die Farmer nicht zu einem Fruchtwechsel in Richtung Mint motivieren können. Auch in Indien liegt die Produktion unter dem Vorjahresniveau. Immerhin konnte die "Krise" beim Menthol den rasanten Preisanstieg zwischenzeitlich etwas stoppen. Rosenöl Um diesen Artikel ist es zwischenzeitlich ruhiger geworden - die großen Kontrakte sind geschlossen, geringe Mengen befinden sich noch im Handel und ggf. im Ursprung. Die Preise sind fest. Rosmarinöl Tunesien meldet ausverkauft - die Notierungen sind sehr fest. Sellerieöl Bei hoher Nachfrage sind die Preise stabil. Vetiveröl Aufgrund der starken Regenfälle - und die damit verbunden Feuchtigkeit der Wurzeln - ist die Produktion auf Haiti fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Preise bewegen sich entsprechend auf einem sehr hohen Niveau.
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